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Home › Archiv › Interpreten 2010 › 21. 8. 2010 | Iván Fischer, Budapester Festivalorchester
Iván Fischer ist Gründer und künstlerischer Leiter des Budapester Festivalorchesters und gleichzeitig Chefdirigent des National Symphony Orchestra in Washington, D. C.
Die Zusammenarbeit zwischen Iván Fischer und seinem Budapester Festivalorchester bildet eines der erfolgreichsten Projekte auf dem Gebiet der klassischen Musik in den vergangenen 25 Jahren. Fischer führte im Orchester einige Reformen durch, entwarf die intensive Probenmethode und legt einen Schwerpunkt darauf, dass sich die Orchestermusiker auch der Kammermusik und weiteren kreativen Musiktätigkeiten widmen.
Umfangreiche internationale Konzerttournéen und eine Reihe herausragender Aufnahmen für Phillips Classics und später für Channel Classics haben zu Fischers Ruf als einem der erfolgreichsten und einfallsreichsten Dirigenten beigetragen.
Iván Fischer führte neue Konzerttypen ein, z.B. „Kakaokonzerte“ für kleine Kinder, „Konzerte mit Überraschung“, bei denen im Voraus das Programm nicht bekannt ist, „Konzerte für einen Forint“, bei denen er mit dem Publikum spricht, darüber hinaus Open-Air-Konzerte, zu denen in Budapest regelmäßig zehntausende Zuhörer kommen, und nicht zuletzt konzertante Opernaufführungen, bei denen szenische Effekte verwendet werden. Er hat einige Musikfestivals begründet, darunter das Barockmusikfestival und das Budapest Mahlerfest, das gleichzeitig als Forum für neue zeitgenössische Kompositionen fungiert.
Als Gastdirigent arbeitet Fischer zusammen mit den weltweit besten sinfonischen Klangkörpern. Mehr als zehnmal gastierte er bei der Berliner Philharmonie, ist alljährlich zu einem zweiwöchigen Engagement beim Orchester des Amsterdamer Concertgebouw eingeladen, wo er zuletzt im April 2009 mit großem Erfolg Beethovens Sinfonie Nr. 8 interpretierte. Neben seiner Kooperation mit dem National Symphony Orchestra in Washington tritt Fischer regelmäßig auch mit weiteren bedeutenden amerikanischen Orchestern auf, inkl. dem New York Philharmonic sowie dem Cleveland Orchestra.
Iván Fischer gastierte in früheren Jahren regelmäßig an bedeutenden Opernhäusern und war künstlerischer Leiter der Opern in Kent und Lyon. Seine Opernaufführungen ziehen häufig internationale Aufmerksamkeit auf sich. Die Zauberflöte, die er in der Pariser Oper aufführte, wird oft auf Mezzo Television ausgestrahlt und die von ihm im Jahr 2006 beim Festival in Glyndebourne aufgeführte Oper Cosi fan tutte wurde als sehr erfolgreiche DVD herausgegeben. Eine Reihe seiner Aufnahmen erhielt prestigeträchtige internationale Auszeichnungen.
Iván Fischer studierte in Budapest Komposition, Klavier, Geige und Violoncello und fuhr anschließend in Wien in seiner Ausbildung fort, wo er in der Klasse von Hans Swarowski Dirigat studierte. Intensiv widmete er sich auch zwei Jahre lang der Studium Alter Musik und war Assistent von Nicolaus Harnoncourt. In letzter Zeit ist er auch kompositorisch aktiv: seine Werke wurde in den Niederlanden, Ungarn, Deutschland und Österreich aufgeführt.
Iván Fischer ist Gründer der Ungarischen Mahler-Gesellschaft und Schirmherr der British Kodaly Academy. Vom Präsidenten der Ungarischen Republik erhielt er die Auszeichnung der Goldmedaille und vom Weltwirtschaftsforum den Kristallpreis zur Unterstützung der internationalen Kulturbeziehungen. Die französische Regierung ernannte ihn zum Ritter der Kunst – Chevalier des Arts et des Lettres. Im Jahr 2006 wurde er mit dem Kossuthpreis geehrt, der bedeutendsten ungarischen Auszeichnung auf dem Gebiet der Kunst. Er ist Ehrenbürger der Stadt Budapest und Botschafter der ungarischen Kultur.
1977 in Budapest geboren, begann er im Alter von 8 Jahren mit dem Spiel auf dem Waldhorn. Zwischen 1995 und 1998 besuchte er das Pädagogische Institut der Musikakademie. Im Jahre 1998 wurde er an der Franz-Liszt-Musikakademie angenommen, wo er bei Ádám Friedrich studierte. Sein Diplom als Absolvent erhielt er im Jahr 2002. 1997 wurde er Mitglied des Orchesters der Ungarischen Staatsoper, wo er im Jahr 1999 den Titel "Künstler des Jahres" erhielt. Er ist Sieger vieler internationaler Wettbewerbe (Iserlohn, Porcia) und platzierte sich im Jahr 2003 auf dem ersten Platz beim Sándor-Végh-Wettbewerb, der vom Budapester Festivalorchester ausgerichtet wird.
Geboren im Jahr 1972 in Budapest. Nach fünf Jahren Violinenstudium begann er mit dem Waldhorn. Nach Beendigung des Béla-Bartók-Konservatoriums wurde er an der Budapester Franz-Liszt-Akademie angenommen und wurde Schüler von Imre Magyar und Ádám Friedrich. Sein Diplom als Absolvent erhielt er im Jahr 1996. 1995 und 1996 gewann er den ersten Preis beim Debrecíner Nationalwettbewerb für Blasinstrumente. Im Zeitraum 1993-2001 war er im Matáv Symphony Orchestra tätig. Seit Oktober 2001 ist er Mitglied des Budapester Festivalorchesters.
Im Jahre 1978 in Budapest in eine Musikerfamilie geboren. Sein Vater lehrte an der Franz-Liszt-Musikakademie und seine Mutter war als Cellistin an der Ungarischen Staatsoper tätig. Im Zeitraum 1992-1996 war er Schüler von Tibor Beleznay am Béla-Bartók-Konservatorium und ab dem Jahr 1997 studierte er an der Franz-Liszt-Musikakademie, wo Tibor Tarjáni sein Professor war. Er gewann auf vielen internationalen Wettbewerben Auszeichnungen (München, Markneukirchen, Peking) und nahm an Meisterkursen teil, die von Peter Damm, Timothy Jones, Frank Lloyd, David Jolley, Eric Terwilliger oder Eyal Vilner veranstaltet wurden. Seit Oktober 2001 ist er Mitglied des Budapester Festivalorchesters.
Zsombor Nagy wurde 1973 in Budapest geboren. Nach vierjährigem Studium am Béla-Bartók-Konservatorium wurde er 1992 an der prestigeträchtigen Franz-Liszt-Musikakademie angenommen, wo Ádám Friedrich sein Professor war. Noch als Student an der Akademie spielte Nagy regelmäßig mit vielen ungarischen Sinfonieorchestern. Nach erfolgreicher Teilnahme an der internen Auswahl wurde er im September 2001 Mitglied der Waldhornsektion des Budapester Festivalorchesters, wo er bis heute tätig ist.
Das Orchester wurde im Jahre 1983 von Iván Fischer und Zoltán Kocsis gegründet und seine Mitglieder wurden, wie es die Londoner Times schrieb, „die Besten von den jungen ungarischen Musikern“. Ihr Ziel war es, durch intensive Proben und harte Arbeit zu erreichen, dass die jeweils drei bis vier ersten Konzerte eines Jahres zu bedeutenden Ereignissen in Budapest werden. Gleichzeitig sollte Budapest im Budapester Festivalorchester ein neues Sinfonieorchester internationalen Ranges erhalten.
Zwischen den Jahren 1992 bis 2000, als das Orchester seine Tätigkeit auf die gesamte Konzertsaison ausweitete, agierte es unter der Schirmherrschaft des Budapester Magistrats und der Stiftung Budapester Festivalorchester (Stiftung BFO), die von 15 ungarischen und internationalen Gesellschaften und Banken gebildet wurde. Von der Saison 2000/2001 an wird das Orchester von der Stiftung BFO betrieben, die der Rat der Stadt Budapest auf der Grundlage eines sich alle fünf Jahre erneuernden Vertrages unterstützt. Im Jahr 2003 erklärte das ungarische Ministerium für Schulwesen und Kultur das Orchester zur nationalen Institution, die vom Staat unterstützt wird.
Das Budapester Festivalorchester ist heute nicht nur wichtiger Bestandteil des Budapester Musiklebens, sondern auch häufiger und nachgefragter Gast auf den bedeutendsten Bühnen weltweit: Salzburg (Salzburger Festspiele), Wien (Musikverein, Konzerthaus), Luzern (Lucerne Festival), Montreux, Zürich (Tonhalle), New York (Carnegie Hall, Avery Fisher Hall), Chicago, Los Angeles (Hollywood Bowl), San Francisco, Montreal, Tokio (Suntory Hall), Hongkong, Paris (Théâtre des Champs-Elysées), Berlin, München, Frankfurt/Main (Alte Oper), London (BBC Proms Festival, Barbican Centre, Royal Festival Hall), Florenz (Maggio Musicale), Rom (Accademia di Santa Cecilia), Amsterdam (Concertgebouw), Madrid, Athen, Kopenhagen, Prag (Prager Frühling), Brüssel (Festival van Vlaanderen), Buenos Aires (Teatro Colon) und weitere.
Nach einer Reihe von Einspielungen für die Musiklabel Hungaroton, Quintana, Teldec, Decca, Ponty und Berlin Classics unterschrieb das Orchester im Jahr 1996 einen Exklusivvertrag für Aufnahmen mit Phillips Classics. Die Einspielung von Bartóks Der wunderbare Mandarin erhielt den Preis der Zeitschrift Grammophone und Le Monde de la Musique wählte sie zur Aufnahme des Jahres. Die Interpretation von Liszts Faust-Sinfonie und Bartóks Konzert für Orchester wurde von der Zeitschrift Grammophone unter die fünf besten Orchesteraufnahmen des Jahres gewählt. Im Jahr 2003 unterschrieb das BFO einen Kooperationsvertrag mit der Firma Channel Classics. Deren gemeinsame Einspielung von Mahlers Sinfonie Nr. 6 war für den Grammy nominiert und Mahlers Sinfonie Nr. 2 vom selben Label erhielt den Preis der Zeitschrift Grammophone. Im Dezember 2008 wählten internationale Kritiker das BFO zu einem der zehn besten Sinfonieorchester weltweit.
Mit dem BFO trat eine große Zahl von bedeutenden Persönlichkeiten der internationalen Musikszene auf wie etwa Sir Georg Solti (der bis zu seinem Tode Gastdirigent ehrenhalber war), Yehudi Menuhin, Kurt Sanderling, Gennadij Rozhdjestvenskij, Charles Dutoit, Gidon Kremer, Sándor Végh, András Schiff, Heinz Holliger, Agnes Baltsa, Ida Haendel, Martha Argerich, Hildegard Behrens, Yuri Bashmet, Rudolf Barshai, Kiri te Kanawa, Radu Lupu, Thomas Zehetmair, Vadim Repin, Helen Donath, Maria João Pires, Richard Goode und weitere.
Unter den hoch bewerteten Projektes des BFO sind dessen Opernaufführungen von Die Zauberflöte, Cosi fan tutte, Figaros Hochzeit, Idomeneo, Orfeus und Eurydike, Der Türke in Italien, der Werkzyklus anlässlich des 50. Todestages von Béla Bartók, der Sinfoniezyklus von Gustav Mahler, der einige Jahre dauerte, eine Reihe von Auftritten anlässlich des 100. Todestages von Johannes Brahms, Zyklen mit Werken von Bartók und Stravinsky und ein weiterer Zyklus mit Werken von Liszt und Wagner im Januar 2004. Im Jahr 2005 veranstaltete das Orchester erstmals sein jährliches Budapest Mahlerfest und im Jahr 2008 organisierte es zum ersten Mal seinen alljährlichen "Marathon", bei dem es sich immer auf einen Komponisten konzentriert.
Das BFO legt einen großen Schwerpunkt in der Aufführung zeitgenössischer Musik und hat viele Welt- und Ungarnpremieren durchgeführt. Regelmäßig gibt es auch neue Werke in Auftrag. Im Jahr 2006 erhielt das BFO als erster ausländischer Klangkörper den Dänischen Musikpreis.
Mit dem Ziel, die künstlerische Entwicklung seiner Mitglieder zu unterstützen, führte das Orchester neben den orchestralen Hauptzyklen auch regelmäßige Kammermusik- und Kammerorchesterzyklen ein. Die Kammermusikkonzerte am Sonntagnachmittag, „Kakaokonzerte“ für Kinder, der Zyklus „Haydn-Mozart plus“, bei denen Mitglieder des Orchester Solisten sind, genauso wie die jährlichen Sommerkonzerte unter freiem Himmel wurden bald beliebter Bestandteil des kulturellen Lebens der Musik liebenden Budapester.
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