Home Über das Festival Gleichbleibend Orchester

Gleichbleibend Orchester

Die Tschechische Philharmonie

Das überhaupt erste Konzert der Tschechischen Philharmonie fand am 4. Januar 1896 im Prager Rudolfinum statt und wurde von Antonín Dvořák dirigiert. Bevor im Jahre 1919 der erste bedeutende Dirigent von Weltformat, Václav Talich, den Taktstock des Chefdirigenten übernahm, standen Ludvík Čelanský und Vilém Zemánek, zeitweilig auch Oskar Nedbal dem Orchester vor. An Talichs Persönlichkeit knüpften weitere hervorragende Dirigenten an: Rafael Kubelík (1942-1948), Karel Ančerl (1950-1968) und Václav Neumann (1968-1990). In den 1990er Jahren wechselten sich auf dem Posten des Chefdirigenten Jiří Bělohlávek, Gerd Albrecht und Vladimir Askhkenazy ab; letzterer stand bis zum Ende der Saison 2002/2003 dem Orchester vor. In der Reihenfolge zehnter Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie war von der Saison 2003/2004 bis zum 8. September 2007 Zdeněk Mácal. In der 113. Konzertsaison war der Posten des Chefdirigenten unbesetzt, einige Kompetenzen und Verpflichtungen übernahm jedoch der Hauptgastdirigent Manfred Honeck. Von der 114. Saison 2009/10 an ist Eliahu Inbal Chefdirigent.

Typisch für die Tschechische Philharmonie ist bereits seit den Zeiten unter der Leitung von Karel Ančerl die reiche Tourneetätigkeit und dies auf allen Kontinenten. In der Saison 2009/10 reiste die Tschechische Philharmonie mit Jakub Hrůša nach Irland und Großbritannien, mit Herbert Blomstedt nach Japan und mit Eliahu Inbal nach Spanien. In nächster Zeit erwartet sie ebenfalls eine Tournee nach Deutschland mit Nikolas Znaider und Manfred Honeck sowie ein Auftritt beim prestigeträchtigen britischen Musikfestival BBC Proms in London mit John Eliot Gardiner. Das Orchester tritt ebenso bei einer Reihe von Festivals in der Tschechischen Republik auf (Česká Lípa/Böhmisch Leipa, Chrudim, Brno/Brünn, Ostrava/Mährisch Ostrau, Litomyšl/Leitomischl, Klatovy/Klattau).

Von den jüngsten CD-Einspielungen des Orchesters trafen in letzter Zeit besonders die für den japanischen Markt gefertigten Aufnahmen auf ein außergewöhnlich großes Echo. Mit dem Label Octavia Records realisierten die Tschechische Philharmonie und Zdeněk Mácal schrittweise Gesamtwerkaufnahmen der Sinfonien von Antonín Dvořák, Gustav Mahler, Pjotr Iljitsch Tschaikowsky und Johannes Brahms. Kurz vor ihrem Abschluss steht die Einspielung aller Sinfonien von Dvořák mit dem Dirigenten Zdeňek Mácal. Mit Manfred Honeck spielte die Tschechische Philharmonie schrittweise die Sinfonien von Anton Bruckner ein und dies ebenfalls für das Label Octavia Records. In der Konzertsaison 2007/2008  wurden für die Gesellschaft Pentatone Aufnahmen aller vier Sinfonien von Robert Schumann mit dem Dirigenten Lawrence Foster umgesetzt. Die dem vorausgehende Bělohlávek-Aufnahme von Martinůs Sinfonien Nr. 3 und 4 für Supraphon war 2004 für den prestigeträchtigen Grammy nominiert. Im Jahr 2005 erhielt die CD eines Live-Mitschnitts der Tschechischen Philharmonie von Mahlers Sinfonie Nr. 3 unter der Leitung von Dirigent Zdeňek Mácal in Japan die Auszeichnung „CD des Jahres“. Im Dezember 2008 entstand unter dem Taktstock von Sir Charles Mackerras eine einzigartige Aufnahme von drei Fragmenten aus der Oper Juliette von Bohuslav Martinů und dies mit einem Aufgebot renommierter Solisten mit Magdalena Kožená an der Spitze. Diese von der Firma Supraphon herausgegebene Einspielung gewann eine Reihe internationaler Auszeichnungen. Im Juni 2009 veröffentlichte die Tschechische Philharmonie eine einzigartige historische Aufnahme – eine Doppel-CD mit Smetanas Má vlast und dem zweiten Band von Dvořáks Slawischen Tänzen. Der Live-Mitschnitt entstammt Konzerten aus dem Jahr 1939 unter der Leitung von Václav Talich. Den Großteil seiner Einspielungen macht das Orchester in seiner Heimstatt, dem akustisch hervorragenden Dvořák-Saal des Prager Rudolfinums.