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Rudolfinum

Das Rudolfinum ist eine der bedeutendsten Neorenaissancebauten in der Tschechischen Republik. Durch seine Konzeption als Multifunktionshaus für Kunst war es schon zu Zeiten seiner Entstehung ein Unikat von europäischer Bedeutung. Die Tatsache, dass es auch heute zu den bedeutendsten Zentren des kulturellen Lebens in Prag gehört, bestätigt die Zeitlosigkeit der Idee des Gebäudes und deren Umsetzung.

Den Bau des Rudolfinums finanzierte die Böhmische Sparkasse mit Kosten von 2 Mio. Goldstücken anlässlich der Feiern zum 50. Jubiläum ihrer Gründung. Mit dem Gemeinschaftsprojekt der zwei bedeutenden tschechischen Architekten Josef Zítek und Josef Schultz wurde ein Prunkbau errichtet, der Konzertproduktion, Galerie und Museum in sich vereint. Die feierliche Eröffnung fand am 7. Februar 1885 unter Beisein des österreichischen Kronprinzen Rudolf statt, zu dessen Ehre das Gebäude Rudolfinum benannt wurde. Unmittelbar nach der Eröffnung begann das Gebäude seiner Bestimmung zu dienen – in der Galerie hatte die Obrazárna společnosti vlasteneckých přátel umění [Galerie der Gesellschaft Vaterländischer Kunstfreunde] ihren Platz, deren Kollektion später zu einem der Grundsteine der Sammlungen der zukünftigen Nationalgalerie wurde, im Konzertsaal fand bspw. auch das erste Konzert der Tschechischen Philharmonie statt (1896). Den Taktstock übernahm damals der Komponist Antonín Dvořák (der Konzertsaal wurde dann Dvořáksaal benannt) und das Rudolfinum wurde zur Heimatbühne der Tschechischen Philharmonie.

Nach der Entstehung der Tschechoslowakei fiel bei der Suche nach einem Ort für das Abgeordnetenhaus die Wahl auf das Rudolfinum. In den Jahren 1919-1939 hatte das Abgeordnetenhaus der Nationalversammlung der Tschechoslowakischen Republik ihren Sitz im Gebäude, für deren Bedürfnisse bauliche Veränderungen durchgeführt wurden, die einen beträchtlichen Eingriff in den eigentlichen Kern des Gebäudes bedeuteten. Veränderungen verzeichneten besonders der Galerieteil und der Konzertsaal, aus dem die Orgel entfernt und durch eine Parlamentstribüne ersetzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand die erste Renovierung des Rudolfinums statt, dessen Räumlichkeiten erneut ihrem ursprünglichen Zweck dienten. Im Verlauf des Krieges war hier die Deutsche Philharmonie aufgetreten, nach der Befreiung kehrte die Tschechische Philharmonie an ihre Heimatbühne zurück. Das Gebäude diente auch als Lehrraum der Musikhochschule und des Konservatoriums. In den Jahren 1990-1992 verlief eine großzügige Renovierung und Modernisierung. Nach einem Entwurf von Karel Prager entstand das Rudolfinum gemäß dem ursprünglichen Anlageplan mit dem Bemühen, alle ursprünglichen Details, architektonischen Elemente und künstlerischen Ausschmückungen zu erhalten.

Download Sitzplan - Rudolfinum (PDF, 1 023 kB)